Maier, Katharina - Die Erste Tochter. Ketzersbuhle (Band 4)
Titel: Ketzersbuhle
Originaltitel: --
Verlag: Selfpublisher
Erschienen: 2025
ISBN: 978-3-565067046
Seiten: 3558
Format: ebook
Preis: --
Serie: Die Erste Tochter, Band 04
Autorenporträt:
Quelle: AmazonKatharina Maier lebt in Augsburg.Sie hat Vergleichende Literaturwissenschaften in Augsburg und London studiert und arbeitet als freie Schriftstellerin und Übersetzerin. Das Thema Literatur und Frauen zieht sich als roter Faden durch ihr Werk. In ihrem Zukunftsepos "Die Erste Tochter" geht es um eine junge Frau auf einem Planeten, über dem Raumschiffe fliegen und auf dem Väter das letzte Wort haben. Noch. Denn Myn Neoly wird ihre Welt von oben nach unten kehren.
Inhaltsangabe:
Quelle: AmazonGenug ist genug, denkt sich Myn. In ihr ist ein Drache erwacht und sie will ihren Planeten befreien. Aber sie ist und bleibt eine singisische Frau, hat weder Macht noch Einfluss. Soll sie etwa mit Papierkanonen gegen einen Tyrannen ins Feld zu ziehen? Doch dann tritt eine Frau in ihr Leben, mit der Myn nicht gerechnet hat. Und plötzlich ist alles anders. Vairrynn braucht eine Antwort auf eine Frage. Dafür ist er bereit, dem Schattenherrn selbst ins Gesicht zu sehen. Das Universum will einen Helden? Dann soll es ihm geben, was er will. Und Ktorram Asnuor, der hocherhabene Feldherr des glorreichen Singisischen Reiches, hat einen Drachen geweckt und einem Helden den Weg geebnet. Nur weiß er das noch nicht. Oder?
Meine Meinung:
Myn ist verzweifelt. Sie will die Welt verändern, hat jedoch keine Chance, dies zu tun, weil ihr die nötigen Mittel fehlen. Eine Einladung zu den Töchtern der Lchnadra jedoch bietet ihr eine ganz neue Möglichkeit und die nötige Weitsicht, um mit dem Kampf zu beginnen. Dann wird sie jedoch zu Vairrynns Hofgut gerufen. Denn dort ist jemand eingetroffen, der so gar nicht in das Bild der Singisen passt. Aber auch hier bieten sich neue Chancen, die Myn dazu nutzt, sich ein Nest zu bauen. Und den Anfang zu finden, gegen den Rest der Welt aufzubegehren.
Der vierte Band der Reihe fährt so richtig auf. Denn nun ist es an Myn, sich endlich gegen das System zu stellen und ein Neuordnung zu fordern. Nur weiß sie nicht, wie sie das schaffen soll.
Die Autorin lässt ihre Protagonistin über alles mögliche nachdenken und Myn letztendlich einen Weg finden, wie sie denn das Unmögliche möglich machen kann. Nur fehlt eben die nötige Hilfe.
Irgendetwas ist anders am vierten Band und lässt sich nicht mehr so recht mit den ersten Bänden vergleichen. Auch wenn es immer noch vom Stil her sehr poetisch und worterfinderisch zugeht, wird es ernster. Die Charaktere sind nun erwachsen, wissen, dass sie etwas ändern können und fangen an, ihre Gefühle endlich richtig zuzulassen. Ihr bisheriger Weg hat sie stark werden lassen und der Mut, etwas zu ändern, wird größer.
Allen voran Vairrynn und Myn. Eigentlich Geschwister, weil Vairrynn adoptiert ist, erleben die beiden trotzdem die erste große Liebe. Sie schämen sich nicht ihrer Gefühle, tragen es aber auch nicht offen nach außen. Und Vairrynn merkt, dass er noch weitere Gefühle hegt, für jemanden, der ihm sehr nahe steht. Ob Myn dies jedoch verstehen wird?
Es wird gefühlvoll, weil Myn und Vairynn und auch weitere Charaktere sich sehr viele Gedanken machen. Es geht um tiefe Freundschaft und darum, mehr daraus zu machen. Es geht um Vertrauen, welches wächst, aber auf sehr dünnem Eis steht.
Es geht um das Recht, als Frau das Gleiche zu leisten und erreichen zu können, wie ein Mann. Es geht um persönliche Freiheit und den Wunsch, endlich akzeptiert zu werden, wie man ist und nicht, wie man für jemanden sein soll.
Als dann auch noch ein unerwarteter Gast auf dem Gut von Vairrynn auftaucht, scheint alles zu zerbrechen. Bis dieser Gast jedoch Dinge entfacht, die dazu führen, dass sich alles wendet.
Die Autorin hat wieder wunderbar abgeliefert. Ich bin wirklich begeistert von der geschaffenen Welt und den darin lebenden Charakteren. Und so merkt man gar nicht, wie die Zeit vergeht, während man Myn und Vairrynn auf ihrem Weg begleitet.
Auch die anderen Charaktere haben Tiefe. Die Szenen sind berührend, ehrlich und auch ergreifend. Es kommt zu Geständnissen, die dazu führen, dass sich die Verhältnisse untereinander verändern.
Ich bin nun bei der Hälfte der Reihe angekommen und warte nun sehnsüchtig auf die weiteren Teile, denn bislang hat mich das Gelesene so sehr abholen können, dass ich mich mittlerweile wie ein Teil der kleinen Familie fühle, die Myn um sich gescharrt hat. Erst recht, weil die meisten davon nicht blutsverwandt sind.
Fazit:
Eine starke Frau und der lange Weg zur Freiheit.
LG Meggie
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