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Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 6
Heidi

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20 Nov, 2020 10:30 52 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Liebe Simone,

ich danke auch Dir fürs Mitlesen und Mitkommentieren! Mir ist es auch immer eine große Freude, mit euch gemeinsam zu lesen. Und jetzt bin ich auch ein bisschen stolz, euch mit diesem Buch Erika Mann etwas näher gebracht zu haben. Mir war nicht bewusst, wie wenig über sie bekannt ist.

Ja, Klaus´ Liebe zu Tomski ist eigentlich auch noch einmal eine eigene Geschichte wert. Tomski hat sich da - trotz seines sehr jungen Alters - sehr bemüht, ihm zu helfen, aber leider vergeblich. Es muss aufrichtige Liebe gewesen sein, sonst hätte er das alles nicht auf sich genommen. Dennoch zu scheitern ist hart.

Ebenso auch bei Erika und Martin. Elisabeth Mann-Borgese hat in dem Interview mit Breloer (s. Literaturliste im Nachwort) gesagt, sie glaube, Erika habe ihr ihre beiden Töchter geneidet. Sie hat in späteren Jahren viele "Unterleibsgeschichten" gehabt, wie Thomas Mann das mal in seinen Tagebüchern erwähnt. Vielleicht waren das Folgen der Abtreibung. Aber irgendwie ist sie als Mutter schwer vorstellbar. Wobei das auch immer gewagt ist zu behaupten. Wir kennen sie ja nur aus den Überlieferungen und nicht persönlich.

Dann freue ich mich jetzt aufs baldige Wiederlesen mit euch Mitte Dezember beim Krimi - bleibt alle gesund und zuversichtlich!!! Knuddel

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 6
Heidi

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17 Nov, 2020 12:18 50 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Liebe Charlie,

danke Dir fürs Mitlesen und Mitkommentieren! Und wie schön, wenn Du jetzt durch den Roman die Manns ein wenig kennengelernt hast. Eine sehr interessante Familie, auch die Romane sind klasse.

Noch kurz zu dem Punkt, warum Erika und Martin nach Klaus´ Tod den Kontakt abgebrochen haben: Die Ursache war nicht eigentlich Klaus´ Selbstmord, sondern dass Thomas Mann erstmals nach Exil und Kriegsende zu einem Deutschlandbesuch - in Ost und West - eingeladen war. Martin hatte das Angebot, für die amerikanische Zeitschrift Life mitzureisen und eine Reportage darüber zu schreiben. Als Freund auch von Thomas und Katia unterstützte er die Idee. Erika war dagegen. Sie fand es zu früh, dass ihre Eltern nach Deutschland reisten und man dort tat, als wäre nichts gewesen. In dem Zusammenhang hat sie Martin unterstellt, er würde ihre Eltern aus eigenem Interesse - weil er nur dann den besagten Artikel für die Zeitschrift schreiben konnte, wenn sie reisten - zu der Reise überreden wollen.
Letztlich eine Lapalie, die das Fass, dass sich da wohl schon länger zwischen den beiden füllte, endgütlig zum Überlaufen brachte. Als Erika nach Klaus´ Tod Martin zufällig in dem Hotel traf, machte sie ihm eine fürchterliche Szene und das war´s dann endgültig zwischen ihnen beiden. Martin ist 1955 gestorben, ohne sie noch einmal getroffen zu haben. Sehr traurig!

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 5
Heidi

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16 Nov, 2020 09:20 40 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Das klingt ja wirklich nach bestem Sofa- und Lesewetter ;-)))

Erika war nach Abreise der halben Truppe und Therese sicherlich ein wenig erleichtert, weil sich dadurch einiges "von selbst" löst. Aber eben nicht alles.

Die Rede im Madison Square Garden ist großartig. Leider liegt das Manuskript nicht im schriftlichen Nachlass der Monacensia, den man digital einsehen kann. Ich habe sie aus dem Buch "Blitze überm Ozean", das ich im Nachwort erwähne. Der Titel ist "Hitler - eine Gefahr für den Weltfrieden".
Überhaupt finde ich Erikas Texte sehr prägnant und auch mutig. Sie hat die Verhältnisse wirklich offen angesprochen. Und diese Mischung aus konkreten, persönlichen Beispielen und dem In-eins-Setzen mit dem, was gerade passiert, ist einfach fulminant. Es ist sehr gut nachvollziehbar, dass sie damit ihre ZuschauerInnen erreicht und begeistert hat.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 5
Heidi

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13 Nov, 2020 09:47 56 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Maurice hatte wirklich die besten Absichten mit der Einladung ins Kino und in das Lokal. Er wusste nur, dass dort deutsche Filme gezeigt werden und in dem Viertel überwiegend deutsche Einwanderer leben. Da er selbst kein Deutsch spricht, war ihm der Film unbekannt, ebenso die Verknüpfung mit Gründgens und Erika.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 6
Heidi

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12 Nov, 2020 10:21 11 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Danke Dir, liebe Nicole,

es freut mich sehr, dass Dir der Roman gefallen hat, wenn auch Erika kein einfacher Mensch ist/ war und es nicht immer einfach ist, ihr Verhalten zu verstehen und nachzuvollziehen. Aber sie ist nun einmal ein realer Mensch. Der Roman erlaubt mir zwar, Details zu erfinden, Handlung auszuschmücken, aber nicht, ihr Leben an sich zu verändern. Letztlich ist alles belegt und historisch nachweisbar.

Welches Genre das ist, ist eine gute Frage. In jedem Fall ist es ein Roman, kein Sachbuch. Gemeinhin spricht man von historischer Romanbiographie, das soll darauf hindeuten, dass das Leben eines realen Menschen zum Roman ausgeschmückt/ ausgebaut oder vielmehr verdichtet wurde.

Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, den Schwerpunkt auf eine mir sehr entscheidende Phase in Erikas Leben zu legen und nicht zu versuchen, ihr ganzes, sehr abwechslungsreiches, manchmal aufregendes, manchmal tragisches und immer sehr interessantes Leben auf knapp 500 Seiten zu packen. Das wäre für mich nicht machbar gewesen.

Danke Dir fürs Mitlesen und Mitkommentieren!!! Knuddel

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 5
Heidi

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12 Nov, 2020 10:15 02 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Sehr gern katter

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
Heidi

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12 Nov, 2020 10:14 22 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Für Erika spitzt sich die Situation sehr zu. Sie steckt zwischen allen Stühlen.
Es stimmt, was Du über Maurice schreibst: Er ist es gewohnt, für andere mitzuentscheiden. Das funktioniert mit Erika nicht, so gut es gemeint sein mag.

Martin ist sich sicherlich nicht erst durch Erikas Weggang aus dem Bedford seiner tiefen Gefühle für sie bewusst geworden, aber nun hat er den entscheidenden - wenn auch verletzenden - Anstoß von außen bekommen, dass er um sie kämpfen muss.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
Heidi

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11 Nov, 2020 10:09 18 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Das ist sehr schade, liebe Charlie,
leider bin ich auch sehr eingespannt mit meinen Projekten, so dass ich Dir nicht versprechen kann, hier zeitlich unbegrenzt mit Dir weiterzulesen und Deine Fragen zu beantworten. Im Dezember erscheint noch dazu mein Krimi und dazu ist hier ja auch wieder eine Leserunde geplant.
Alles Gute - nicht unterkriegen lassen!
Heidi katter

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 6
Heidi

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10 Nov, 2020 10:06 34 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Erikas Eltern kannten Martin ja bereits - Thomas Mann schätzt ihn sehr als Schriftstellerkollegen. Deshalb vor allem die große Freude breit grins

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 5
Heidi

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10 Nov, 2020 10:05 15 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Mit der Pepper Mill/ Pfeffermühle ist nach den Aufführungen in der New School tatsächlich für immer Schluss. Therese hat das Glück, ein Engagement in Zürich am Schauspielhaus zu bekommen. Dort ist ist sie bis 1966 geblieben, ab 1949 immer wieder durch Gastspiele in Berlin und ihrer Heimatstadt München unterbrochen, wo sie letztlich auch gestorben ist. Begraben wurde sie allerdings auf ihren Wunsch hin in Zürich.

Klaus ist nicht aus materieller Gier verärgert, dass Erika ihre Beziehung zu Maurice beendet. Für ihn, der nach der Ausbürgerung aus Nazi-Deutschland staatenlos ist und nur einen "Nansen Pass" besitzt, das ist eine Art Behelf, 1922 v.a. für russische Flüchtlinge eingeführt, um ihnen ein Ausweispapier an die Hand zu geben, bestünde nach Erikas Heirat mit einem US-Bürger, wodurch sie die unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung bekäme, ebenfalls die Chance, leichter ein Visum für die USA zu erhalten. Bislang hat er nur ein auf wenige Monate begrenztes, weshalb er jetzt auch ausreisen muss. In damaligen Zeiten - wie auch heute noch für viele Flüchtlinge auf der Welt - kann das über Leben und Tod entscheiden.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
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10 Nov, 2020 09:55 38 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Ich denke auch, Maurice Wertheim ist in der Situation, das Geld im positiven Sinn keine Rolle spielt. Er bringt sich auch in vielen Bereichen v.a. in Kultur und Bildung ein. Die berühmte Wertheim-Collection geht auch auf ihn zurück.
Erika wäre schon die richtige Partnerin für ihn, weil sie ihm intellektuell das Wasser reichen kann. Es ist schon bitter für ihn, dass das nicht klappt...

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
Heidi

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09 Nov, 2020 09:20 24 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Ja, der spätere Auftritt der "Pfeffermühle" in der New School for Social Research fand vor einem anderen Publikum statt. Die New School ist eine private Uni (u.a. von Maurice Wertheim finanziert), die politisch eher "links" einzuordnen ist (nach amerikanischen Vorstellungen). Dort studieren viele kosmopoltisch Interessierte, die schon damals überaus gut informiert über das Weltgeschehen waren und daran teilnahmen. Oft waren es Immigranten in der ersten oder zweiten Generation, da war der Kontakt nach Europa noch relativ eng. Die New School gibt es übrigens bis heute.

Erikas Verhalten ist sicherlich kritikwürdig. Es ist genau so gewesen, wie ich es schildere. Gerade diese Szenen fußen auf Briefen und Berichten von Zeitzeugen. Kein Mensch ist nur gut oder nur schlecht, es gibt in jedem Beides und deshalb fand ich es auch so wichtig, dass hier zu zeigen.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
Heidi

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08 Nov, 2020 15:28 57 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Ja, Erika erwirbt sich in diesem Abschnitt sicherlich kein Ruhmesblatt. Letztlich ist sie wie die anderen vom Scheitern der Pfeffermühle kalt erwischt und stürzt ins Bodenlose. Martin will sie auffangen, aber auch Maurice. Und der bietet ihr etwas, was sie jetzt wirklich am meisten braucht: absolute Ruhe und Gelegenheit, zu sich selbst zu finden.
Für Therese ist es letztlich auch eine Art "self fulfilling prophecy. Sie hatte von Anfang an Bedenken gegen das Projekt Pepper Mill in America und sieht sich nun mehr als bestätigt.
Es ist natürlich sehr traurig, dass das Scheitern des Kabaretts auch das Scheitern der Beziehung zwischen Erika und Therese bedeutet, aber letztlich haben sie im Exil ihre Interessen einfach nicht mehr in eins gekriegt. Bitter, aber wahr.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 6
Heidi

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06 Nov, 2020 09:27 43 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Das ist das Einzige, was man derzeit tun kann. breit grins

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
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06 Nov, 2020 09:26 57 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Es freut mich sehr, liebe Nicole, dass Du Therese und Maurice inzwischen auch sympathischer siehst. Ich denke mal, die Ausnahmesituation, in der sie sich alle seit Jahren befinden, hinterlässt einfach ihre Spuren.
Vor dem Hintergrund ist das auch mit dem Weihnachtsgeschenk zu sehen. Es war wirklich als Witz gemeint. Erika reißt ja letztlich alles an sich, wenn auch aus besten Absichten, aber damit entmündigt sie ihre Freunde und Kollegen auch. Und manchmal ist es eben das Bisschen zu viel...

Maurices Kommentar nach der Generalprobe war leider auch einfach nur gut gemeint, aber erreichte genau das Gegenteil. Die Nerven liegen blank, es steht für alle zu viel auf dem Spiel.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 3
Heidi

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06 Nov, 2020 09:23 39 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Interessant an der Verlegergeschichte mit Klaus ist noch, dass Alfred und Blanche Knopf ein früheres Buch von ihm verlegt hatten. Und mit den Büchern von Thomas Mann verdienen sie gutes Geld. Gerade die "Mephisto"-Thematik hätte eigentlich gute Chancen haben können, denn die Geschichte von jemandem, der zugunsten der Karriere und des eigenen Erfolges sämtliche Prinzipien über Bord wirft, ist ja eine sehr einfache und sehr bekannte. Die kann man eigentlich auch ohne die politischen Hintergründe gut verstehen. Es wäre so wichtig für Klaus gewesen!

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 6
Heidi

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05 Nov, 2020 09:37 10 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Vielen lieben Dank für Dein erfreuliches Feedback! Es freut mich sehr, dass Dir der Roman gefallen hat und Du jetzt Lust hast, noch ein bisschen mehr zu Erika und der Familie Mann zu lesen. Thomas Mann hat so eine ganz eigene Ironie, die mir sehr gefällt, aber seine oft sehr verschachtelten Sätze sind schon eine große Herausforderung. Klaus Mann liest sich leichter, aber ich hatte beim Wiederlesen von "Mephisto" doch das Gefühl, dass er nicht so zeitlos ist wie sein Vater. Das fand ich sehr überraschend. Und von Erika hätte ich mir mehr gewünscht als "nur" ihre feuilletonistischen Texte und die Sachbücher. Sie ist eine sehr genaue Beobachterin und bringt das sehr gut auf den Punkt.

Es war mir eine Freude, wieder mit Dir und in eurem Kreis zusammenzulesen. Jetzt bin ich noch auf die restlichen Feedbacks gespannt und dann natürlich, wie euch der Krimi im Dezember gefällt.
Bleib gesund und pass gut auf Dich auch - auch auf Deine Seele katter

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
Heidi

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05 Nov, 2020 09:32 21 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Ja, es sind schwierige Zeiten derzeit. Und irgendwie kein Land in Sicht.
Trotz allem aber geht es uns hier wirklich noch gut. Freunde mit spanischer Verwandtschaft und Freunde aus Frankreich erzählen ganz anderes. Wichtig ist wirklich, gesund zu bleiben und auf sich zu achten! Knuddel

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 3
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05 Nov, 2020 09:30 35 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Erika dreht wohl so richtig auf, wenn sie Klaus beispringen kann, liebe Nicole. Und außerdem liegt es ihr sehr, auf Menschen zuzugehen, sich ihren Fragen zu stellen. Da ist sie eben so ganz anders als Klaus. Eigentlich toll, dass sich beide letztlich ergänzen.

Das Angebot "Ehrenjude" zu werden, wurde einigen sehr bekannten Künstlern gemacht. Mir fällt zwar gerade kein weiteres Beispiel ein, aber es gibt ja das schöne und tatsächlich belegte Zitat "Wer Jude ist, bestimme immer noch ich". Sehr fatal!

Es freut mich, dass Dir Therese als natürlicher, geradliniger Mensch gefällt. Sie war wirklich eine sehr interessante Persönlichkeit, die auch nach dem Krieg noch viel bewegt hat. Sehr bewundernswert nach allem, was sie durchgemacht hat.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
Heidi

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03 Nov, 2020 08:45 38 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

"Normal" ist irgendwie gar nichts mehr...

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 3
Heidi

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03 Nov, 2020 08:44 36 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Liebe Nicole,
es geht doch voran! Nur keine Ungeduld. katter

Interessant, dass Maurice bei Dir keine Chancen hat. Er war auf seine Art sicher auch ein sehr einfühlsamer Mensch, aber wahrscheinlich durch seine Lebensumstände in gewisser Weise auch ein bisschen "fremd". Andererseits ist er sehr offen und interessiert an allem, was ihm widerfährt, ihm begegnet. Z.B. auch bei der Ankunft der Damen in New York.
Therese befindet sich in einer Ausnahmesituation. Sie ist Jüdin, musste München nach der Machtergreifung Hals über Kopf verlassen, zum einen wegen ihrer politischen Haltung - sie hat aus ihrer Abneigung gegen die Nazis und Hitler nie einen Hehl gemacht -, zum anderen wegen ihrer jüdischen Wurzeln. Ihre alte Mutter blieb zurück und starb dann schon sehr bald, ohne dass Therese bei ihr war. Der Gipfel ist, dass Hitler, der ein großer Fan von ihr war - sie war ja Ende der 1920er, Anfang der 1930er Jahre der große Bühnenstar in München - ihr angeboten hat, sie könne seine "Ehrenjüdin" sein und in München bleiben, ohne Verfolgung etc. fürchten zu müssen. Das ist sehr zynisch, denn es hätte bedeutet, dass sie ihre Überzeugung aufgibt, ihre Freunde, alles, was ihr am Herzen liegt, und sich von Hitler und den Nazis vereinnahmen ließe. Sehr makaber!
In der Schweiz haben Erika und sie in der ständigen Angst gelebt, überfallen und nach Nazi-Deutschland entführt zu werden, um dort ins KZ gesteckt zu werden.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 3
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03 Nov, 2020 08:38 15 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Danke, liebe Simone!
Dass ich jetzt auch die Vicki Baum schreiben darf, ist wirklich ein großer Glücksfall für mich ;-)

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 4
Heidi

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02 Nov, 2020 10:58 52 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Du bist ja flugs vorangekommen ;-)

Es war schon sehr doof, dass die Rezis so viel Unverständnis für die Pfeffermühle und deren Botschaft aufgebracht haben. Und noch dazu dann das Ensemble durch das In-den-Himmel-Loben der einen und das barsche Niedermachen der anderen auch noch so entzweit haben. Für einige ging es damit wirklich um die Existenz, denn ihr Visum für die USA war ja leider an die Auftrittszusage gekoppelt. Sehr, sehr bitter.
Ebenso natürlich für Erika, wie Du ja auch betont hast. Maurice will Erika sicher nicht Zuschütten mit seinem Geld, aber es ist nun einmal seine Art, sein Verständnis und seine Liebe zu zeigen. Wenn man so viel Geld hat, realisiert man das sicher gar nicht mehr.
Die Briefe, die Erika über diese Erlebnisse an ihre Mutter Katia und an Klaus geschrieben hat, sind köstlich, eben weil sie so ganz offen von ihrer Verwunderung über dieses "Zuviel" berichtet. Und bei aller Liebe zum Luxus weiß sie eben genau, dass es nicht ihrs ist. Das finde ich auch sehr sympathsich.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 3
Heidi

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02 Nov, 2020 10:53 53 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Therese Giehse war ja noch relativ lang nach dem Krieg in Zürich und dann wieder in München, ihrer Heimat, in der sie einfach sehr verwurzelt war. Inzwischen haben sie - jetzt, im Jahr 2020! - endlich in den Kammerspielen eine der Bühnen nach ihr benannt. Ansonsten gibt es schon einige Jahrzehnte die Therese-Giehse-Allee, aber in einem nicht so schönen Viertel. Sehr schade, dass man sie doch so stiefmütterlich behandelt.

Mich hat die Diskussion um die Sprachproblematik auch sehr fasziniert. In einem Buch über Martin Gumpert wird da interessanterweise sehr ausführlich drauf eingegangen. Für ihn war das ein großes Thema. Er hat alles daran gesetzt, so schnell wie möglich gut Englisch zu lernen, um gleich auf Englisch zu schreiben und sich vor allem in seinem Sinn auszudrücken. Das sind ja mitunter tatsächlich zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Und da es ihn so beschäftigt hat und es auch von Erika zu den Pfeffermühle-Texten einige Äußerungen gibt, kann ich mir gut vorstellen, dass die Beiden auch darüber diskutiert haben. Und für Therese Giehse als sprachgewaltige (aber eben leider auf Deutsch) Schauspielerin war es einfach eine Katastrophe, "ihr" Werkzeug nicht mehr zur Hand zu haben.
Bei Vicki ist das übrigens auch ein Thema. Sie wird dann ja ab den frühen 1940er Jahren auf Englisch schreiben. Ich habe letztens ein Interview mit ihr aus den 1950ern gehört, in dem sie gefragt wurde, warum sie ihre Bücher nicht selbst ins Deutsche übersetze, und da sagt sie, dass ihr der Bezug zum täglichen Sprachgebrauch durch das lange Exil in Amerika fehle und sie sich eben jetzt auf Deutsch nicht mehr richtig ausdrücken könne. Auch sehr interessant. Sorry für den Exkurs, aber vielleicht interessiert euch nächsten Sommer auch mein Vicki-Baum-Roman ;-)

Klaus tut sich wirklich sehr schwer. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich sein Schreiben am "Mephisto" aus dramaturgischen Gründen hierhin verlegt habe, dabei hatte er ihn längst fertig, als sie 1936 in New York eingetroffen sind. Aber ich fand es sehr passend, dass er zu der Zeit daran arbeitet, denn die Gespräche und die Absage durch Knopf fanden wirklich im Herbst 1936 statt. Ein schwerer Schlag für Klaus, wie so vieles, was er sich in Amerika einfacher vorgestellt hat. Aber irgendwie ist er auch der Typ, der es wohl nie einfach haben kann. Leider.

Thema: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers - Abschnitt 2
Heidi

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02 Nov, 2020 10:41 11 Forum: Rehn, Heidi - Die Tochter des Zauberers

Wir meinen in Bezug auf Erika sicher dasselbe, aber mir fällt leider auch kein besseres Wort ein. "Berechnend" klang mir nur wirklich zu negativ.

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