Auch auf die Gefahr hin, bald die Einzige zu sein, die hier schreibt, habe ich euch (schon wieder) etwas mitgebracht. Ich hoffe ihr habt Interesse an diesem mystischen Moment! LG elisarmin
Ein wahrhaft mystischer Moment!
Ich hatte die Telefonnummer von meiner Freundin bekommen. Sie war genauso darauf verpicht die Zukunft über ihr Leben zu erfahren, wie ich es war.
Ich wollte der Zukunft, meiner Zukunft, in die Karten schauen. Ihr gegebenenfalls auf die Sprünge helfen, sollte sich herausstellen, sie würde anders verlaufen, als ich es für mich geplant hatte.
Der Termin bei der mir empfohlenen Kartenlegerin war gemacht. Ich war gespannt darauf, was mich erwarten würde. Ich klingelte und wartete aufgeregt bis sich die Tür öffnete.
Im ersten Augenblick war ich irritiert, als mir eine vollkommen normale ältere Frau mit schlecht gefärbten roten Haaren die Tür öffnete und mich herein bat. Keine langen Kleider, kein Kopftuch, keine dunklen Farben, kein Rabe, geschweige denn, eine schwarze Katze, die auf ihrer Schulter saß. Doch, eine Katze gab es doch. Sie lief mir schnurrend um die Füße, während ich auf dem mir angebotenem Küchenstuhl platz nahm. Außerdem war die Katze auch nicht schwarz, sondern dreifarbig.
Rot-Weiß-Schwarz - Eine Glückskatze! „Sehr passend!“, dachte ich bei mir.
In der ganzen Wohnung war, außer dem Schnurren der Katze und unseres Atems, kein Laut zu hören. Nicht ein Mal das Ticken einer Uhr war zu vernehmen.
Alles was ich sah schien normal zu sein. Fasst, wie bei mir Zuhause. Und doch umgab mich eine Ahnung von Andersartigkeit. Ich empfand Enge, doch sie war nicht unangenehm. Nicht, als würde ich in einem übervollen Fahrstuhl stehen. Es war, als wäre ich eingebettet in Frieden und Stille. Ein wohliges Gefühl, eine eindrucksvolle Stimmung.
Ich mischte die Karten, die sie mir gegeben hatte, hob sie mit der linken Hand ab und überließ ihr die drei Stapel und mein Schicksal.
„Da ist ein Mann in ihrem Leben!“, sagte sie und deckte dabei den Herz- König auf.
„Ja, das ist wahr! Doch er ist es nicht, den ich möchte.“
Sie deckte weitere Karten auf und erzählte mir mein Dilemma.
Ich hörte zu, als wäre es eine fremde Geschichte. Bevor ich begriff, dass es die Meine war, hatte ich die Karten abermals in den Händen und mischte erneut. Diesmal lagen sie ausgebreitet vor mir und nach und nach gab ich ihr die Karten hin.
„Stimmt!“, sagte sie. „Da gibt es noch einen anderen Mann.“
Den könne ich auch haben. Abgeneigt sei er nicht, doch läge da ein weiter Weg mit Tränen. Am Ende käme das Glück und bliebe.
Die nächste Karte, die ich ihr gab, war der Herz- König. Er legte sich, als gehöre er dahin, wie selbstverständlich, neben mich - der Herz- Dame.
Ich hatte genug gesehen und beim Abschied noch gehört, dass der Herr mit dem Herz auf der Brust mich verehrt.
Meine Wahl war getroffen.
Jahre lagen hinter mir, in denen die Tränen überwiegten. Was machten da noch ein paar Wochen aus?
Kummer konnte ich ertragen!
Sie hatte mir versprochen - Am Ende der Straße das Glück zu finden.
Dort brauchte ich es nur noch aufnehmen und festhalten.
Die folgenden Wochen verbrachte ich in beseelter Zufriedenheit und vergaß meine Sorgen, im Hinblick auf die strahlende Zukunft die mich bald erwartete.
Die Zeit des Wartens war vorbei.
Der Zukunft entscheidender Tag brach an. An diesem Tag sollte ich auf meinen Auserwählten treffen. Mein Herz schlug pochend und in meinem Bauch wirbelte und vibrierte es. Er hatte sich angemeldet, da wir wichtige Dinge zu besprechen hatten, die mir den Schlaf raubten und mich traurig machten. Er, mein Auserwählter, war die Lösung für all meine Sorgen. Er mein König.
Ein freundliches „Hallo!“, hatte er an mich gerichtet und kam sofort zur Sache. Legte die Fakten auf den Tisch und seine Strategien, die mir meine Situation erleichtern sollten.
Wundervoll! Alles hörte sich so leicht an. Meine Sorgen, schneller weggefegt, als der Staub auf meinen Schränken. Dann ging er. Ohne ein Wort seiner Zuneigung zu mir. Ohne eine weitere Berührung, ohne ein Zwinkern oder einen letzten Blick.
Meine Gefühle waren aufgewühlt. Meine Gedanken wirr. Die Kartenlegerin hatte mir das Glück versprochen. Es stand in den Karten. Trauer machte sich in mir breit. Sollte mein Leben doch keine Wende nehmen? Sollte mein weiterer Weg doch im Dunkel versinken, anstatt in Helligkeit und Freude zu erstrahlen?
Tage des Nachdenkens brachten mir am Ende die Erkenntnis.
Sie hatte Recht. Die Kartenlegerin hatte sich nicht geirrt.
Der Karo- König brachte mir Ruhe und Zufriedenheit. Er hatte mir mit seinem Konzept, mit einem Ruck, all meine Sorgen genommen. Beiseite geschoben. Ich dachte an die Sorglosigkeit, die ich nach dem Besuch bei ihr empfunden hatte. Und am Ende des Weges liegt das Glück. Stimmt! Da war es! Es war immer da. Ich hatte nur nicht mehr richtig hingesehen.
„Der Herz- König verehrt sie!“, sagte mir die weise Frau.
Da stand mein Herz- König, sah mich an, als wollte er meine Gedanken erraten. Ich ließ sie ihn lesen.
„Du bist mein Glück!“
Dabei seit: 13 Sep, 2008
Beiträge: 5192 Heimatort: Schweiz Hobbies: Lesen, Musik hören, gute Filme schauen, Dekorieren Beruf: Bürokauffrau Bücher gelesen in 2013: 37 Seiten gelesen in 2013: 13260 Mein SUB: zuviele Lese gerade: Ella Danz Nebelschleier
Deine Geschichte hat mich ein bisschen an meine errinnert. Vor ca. 15 Jahren hatte eine damalige Freundin grosse seelische Sorgen und war richtig gehend der Wahrsagerei verfallen. Also habe ich mich auch mitschleppen lassen und es wurde mir ganz für damalige Zeiten komische Sachen vorhergesagt. Wenn ich heute zurück denke hatte sie in vielem Recht!
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Man darf dennoch nicht vergessen - es ist auch immer stückweit eine Auslegungsfrage -
Und Kartenlegerin ist nicht gleich Kartenlegerin.
Man braucht nur mal im Internet zu schauen - welch ein riesiger Konsum, welch ein Einnahmezweig die Zukunftsdeutung ist.
Selbst, wenn man davon ausgeht und glaubt - das da was wahres dran ist - können unmöglich so viele dieses "Handwerk" beherrschen!
Ich danke dir, dass du noch die zeit gefunden hast, meine Geschichte zu lesen.
Dein Interessant deute ich als zerschmetternde Niederlage!
Ich werde mich das nächste Mal mehr bemühen und diese geschichte überarbeiten. Vielleicht kannst du mir einen Tipp geben woran es lag. Würde mich freuen.
Dabei seit: 13 Sep, 2008
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wahrscheinlich daran, daß ich nicht an sowas glaube - ich bin der Meinung, man kann aus Kartenlegen und Horoskopen herauslesen was man möchte. und wenn man es sich zurechtlegt, dann stimmt es ja auch...
Es war gut zu lesen - etwas rätselhaft, weil nicht rauskam wer denn dieser nette Mann war. Aber das hat ja die Phantasie angeregt...
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Die ganze Sitzung habe ich auf Band. Als ich vor ein paar Jahren die Kasssette hören wollte, war sie unauffindbar. Plötzlich nach etwa 5 Jahren habe ich sie wieder gefunden. komisch oder?
Deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen.
Die hat mir Sachen erzählt da konnte ich nur lachen, aber wenn ich heute zurückdenke ist doch einiges was sie mir vor 15 Jahren gesagt hat eingetroffen.
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Ich wollte die Geschichte eigentlich auch etwas rätselhaft lassen.
ich bin keine Freundin von diesen ausschweifenden Erzählungen, wie man sie gerne in Romanen findet. Oft werden sie gemacht um die Seitenzahl zuerhöhen, doch daran leidet sehr oft die Geschichte (meiner Meinung nach)
Man steckt gerade in einer spannenden oder beglückenden Szene und plötzlich wird die Gegend, der (unnütze)Hund, oder vom vorbei fahrenden Auto erzählt.
Das ist der Grund warum ich gerne knapp erzähle. Ist vielen aber doch zu wenig. Muss ich noch dran arbeiten. (Kann man jedoch schlecht, wenn niemand etwas sagt) Das habt ihr aber nicht getan.
Vielen Dank nochmals!